Zwang – Was ist das?

 

Haben Sie aufdringliche, sich wiederholende Gedanken? Haben Sie das Gefühl, dass etwas Schlimmes passieren wird, wenn Sie Ihren Gedanken nicht nachgehen? Bestimmen zeitaufwändige Rituale Ihren Alltag? Waschen Sie sich z.B. wesentlich häufiger und gründlicher als andere Menschen? Nehmen Rituale und Gewohnheiten mehr als eine Stunde am Tag in Anspruch?

 

Empfinden Sie Ihre Gedanken und Handlungen als „übertrieben“ und können sie trotzdem nicht unterlassen? Wenn Sie sich in einer oder in mehreren dieser Aussagen wiederfinden, könnte dies ein Hinweis dafür sein, dass Sie an einer Zwangsstörung leiden.

 

Zwangsstörungen werden in der Regel in zwei Formen unterteilt: Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Zwangsgedanken sind Gedanken oder Bilder, die sich immer wieder ungewollt aufdrängen. Betroffene haben das Gefühl, zwanghaften Gedanken nachgeben zu müssen, z.B. bestimmte Zählrituale durchzuführen, bevor die Haustüre aufgeschlossen werden kann. Zwangshandlungen sind Handlungen, die ausgeführt werden „müssen“, um Unheil oder ein schlimmes Ereignis zu verhindern oder um Kontrolle über Situationen zu gewinnen. 

Wie verläuft eine psychotherapeutische Behandlung?

Am Anfang der psychotherapeutischen Behandlung von Zwängen wird näher betrachtet, welche Bereiche des Alltags durch die Zwänge beeinträchtigt sind. Sie lernen, Ihr Alltagsleben Stück für Stück wieder zu normalisieren und Ihre Zwänge schrittweise zu reduzieren.

Hierbei können unterschiedliche Methoden hilfreich sein, wie z.B. die Konfrontation mit Zwängen und Ängsten sowie gezielte Selbstbeobachtung. Es kann außerdem hilfreich sein, die zugrunde liegenden Konflikte herauszuarbeiten und an ihnen zu arbeiten.

 

© 2020 by Andrea Abeyk